25. Mai 2024 Timo Hörske - persönlicher Blog
Leben in der Wurmkiste

Wenn ein paar hundert Regenwürmer einziehen…

… über eine Wurmkiste, die zu Hause steht!

Die gute Sabrina wollte schon lange eine und nun steht sie hier seit ein paar Wochen: die Wurmkiste mit knapp fünf Hundert weiteren Haustieren.

Wurmkiste?

Wurmkisten sind eine effektive und umweltfreundliche Methode, um Küchenabfälle zu verarbeiten und gleichzeitig Düngemittel für den Garten zu erzeugen. Sie sind leicht zu betreiben und erfordern nur wenig Platz.

Eine Wurmkiste besteht aus einem Behälter, der meist aus Kunststoff oder Holz gefertigt ist, und einer Wurmpopulation, die darin lebt. Der Container wird mit Küchenabfällen wie Obst- und Gemüseresten, Teeblättern und Kaffeefiltern, Papierschnitzeln und Gartenabfällen gefüllt. Die Würmer, meist Eisenwürmer, fressen diese Abfälle und produzieren dabei Wurmhumus und Wurmtee, die als natürliche Düngemittel Verwendung finden.

Der Einsatz einer Wurmkiste hat viele Vorteile. Zunächst einmal reduziert sie die Menge an Küchenabfällen, die in landwirtschaftlichen Betrieben und Mülldeponien landen. Darüber hinaus ist der Wurmhumus ein nährstoffreiches Bodensubstrat, das das Pflanzenwachstum fördert und gleichzeitig den Boden mikrobiologisch verbessert. Der Wurmtee eignet sich als natürliches Pflanzenschutzmittel und kann beispielsweise gegen Schädlinge oder Pilzbefall eingesetzt werden.

Wenn Sie eine Wurmkiste zu Hause aufstellen möchten, gibt es einige Dinge zu beachten. Es ist wichtig, dass die Würmer genügend Feuchtigkeit, Ruhe und Dunkelheit haben, um ihre Arbeit zuverlässig zu erledigen. Die Wurmkiste sollte gut belüftet sein, aber nicht zu trocken oder zu feucht sein. Die Würmer sollten genügend Nahrung bekommen und der Behälter muss regelmäßig gereinigt werden.

Insgesamt ist die Verwendung von Wurmkisten eine großartige Möglichkeit, um Abfälle zu verarbeiten und gleichzeitig natürliche Düngemittel und Pflanzenschutzmittel zu produzieren. Sie sind leicht zu betreiben und erfordern nur wenig Platz. Es ist eine gute Idee, mehr über die Verwendung von Wurmkisten zu erfahren, bevor Sie sich dafür entscheiden, eine zu kaufen oder selbst zu bauen.

Sitzhocker mit Rollen und “Innenleben”…

Wurmkiste
Wurmkisten-/Rollhocker

Bei uns steht nun seit Anfang Januar ein hübscher Rollhocker…. nur halt mit Innenleben. So haben wir einen doppelten Nutzen. Sitzgelegenheit und Reduzierung unseres Hausmülls. Gerade im Winter ist es ja nicht immer möglich den kompostierbaren Abfall mit den den Kleingarten zunehmen. Dafür haben wir jetzt die Wurmkiste. Die Menge an Biomüll, die in eine solche Kiste geht, liegt bei anfänglich 100,00 g pro Tag, wenn die Wurmpopulation gewachsen ist, sind bis zu 500,00 g pro Tag möglich. Für einen zwei Personen und zwei Hundehaushalt, ist dies eine gute Größe

Wie geht das?

Kompostwürmer, wie Eisenwürmer, fressen Biomüll wie Obst- und Gemüseresten, Teeblätter und Kaffeefilter und produzieren dabei Wurmhumus und Wurmtee. Dieser Wurmhumus enthält bis zu siebenmal mehr Nährstoffe als normale Gartenerde.

Bevor die Würmer jedoch ihre Arbeit aufnehmen, öffnen Mikroorganismen die Oberfläche des Biomülls und vermehren sich mit den gewonnenen Stoffen. Auch andere kleine Lebewesen und Pilze sind an diesem Prozess beteiligt. Kompostwürmer haben keine Zähne und saugen an Pilzen und Bakterien, um das Substrat, Mikroorganismen und mineralische Zusatzstoffe zu verdauen. Daraus entsteht der Wurmkot, der eine stabile Masse ergibt und aussieht wie kleine Krümel. Aus 10 kg Biomüll werden so 1 kg Wurmhumus.

Neben der Produktion von wertvollem Düngemittel hilft die Verwendung von Wurmkisten auch bei der CO2-Reduktion, da durch die Kompostierung CO2 wieder in der Erde gebunden wird. Eine einzige Wurmkiste kann pro Jahr etwa 67 kg CO2 einsparen.

Aber wo kommen neue Regenwürmer her?

Bildnachweis: Timo Hörske | CC BY 4.0
Regenwürmer bei der Paarung.

Kompostwürmer sind Hermaphroditen und haben sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Wenn sie sich paaren, tauschen sie Sperma aus und beim Abstreifen des sogenannten “Clitellums” kommt es zur Befruchtung. Das Clitellum ist ein ringförmiger Bereich, der außen am Wurmkörper sichtbar ist und sich nach dem Paarungsprozess zu einem Kokon zusammenzieht, in dem der Nachwuchs heranreift.

Ein Kompostwurm kann unter optimalen Bedingungen tatsächlich bis zu 5 Jahre alt werden und die Population verdoppelt sich alle drei Monate. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine Überbevölkerung in der Wurmkiste nicht möglich ist, da die Würmer ihre Anzahl regulieren und rechtzeitig die Vermehrung stoppen. Es ist also wichtig, dafür zu sorgen, dass die Würmer genügend Nahrung und Platz haben, um sich zu vermehren, aber nicht überbevölkert werden.

Weitere Informationen zur Wurmkiste und eine mögliche Bezugsquelle findet man unter: https://wurmkiste.at/richtig-kompostieren/

Bildquellen

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