Halloween – alle Jahre wieder keltisch, katholischer Reimport aus den USA

Ausgelöst durch die irische Renaissance, als Gegenentwicklung zur früh stattgefundenen Einführung des christlichen Glaubens in Irland, wurde die Rückbesinnung auf vermeintliche keltischen Ursprünge der Riten stark überzeichnet(01).

Samhain war für die Kelten nie ein Totenfest sondern diente viel eher der Wappnung gegen die übernatürlichen Kräfte und Herausforderungen der folgenden Jahreszeit. Durch die Christianisierung wurde das Thema der Toten und das Gedenken an Verstorbene auf die Traditionen überlagert(02).

Ein weiterer Beleg gegen die lineare Hypothese der Entwicklung aus keltischen Bräuchen sind die interkonfessionellen Unterschiede wie Gegensätze in denen z.B.: Großbritannien u.a. Halloween begangen wird.

Die Annahme einer kontinuierlichen Entwicklung keltischer Bräuche zu modernen Halloweenbräuchen gilt also als veraltet und unhaltbar.

Viel mehr muss zusammengefasst angenommen werden das die moderne Sehnsucht nach traditionellen, ursprünglichen Riten, die losgelöst von den zwar ebenfalls ursprünglichen aber eben stärker verhafteten Liturgien des Christentums, zu fiktiven keltischen Traditionen geführt hat und sich eben zu diesem Halloween entwickelt hat das wir heute in seinen vielfältigen Formen kennen.

Der Re- Import aus den USA kann ebenfalls als solch einen Effekt, wenn auch mit anderem Hintergrund und Motivation angesehen werden. Die historische Projektion auf Bräuche, die noch aus Zeiten zu stammen scheinen, die noch vor unserer eigentlichen religiösen oder weltanschaulichen Profession liegen, weckt in uns eine Sicherheit derer wir uns hingezogen fühlen können(03).

Verwandtes Brauchtum

Die Bräuche rund um Halloween sind so vielseitig wie die Regionen in denen diese sich verbreitet haben. Es gibt Verbindungen zu Herbst- und Verkleidungsbräuchen, vergleichbar mit Kirchweih, Erntedank, Martinisingen, Andreasnacht u.v.m.

Auch Ähnlichkeiten zu vorhandenem aber andersartig entwickelten Traditionen sind vorhanden z.B.: dem mexikanischem Tag der Toten.

Der mit Halloween am weit verbreitesten assoziierten Brauch ist von Haus zu Haus gehen für Kinder mit der Bitte um Süßes, wo Streiche gespielt werden, wenn es nichts zu Naschen gibt. Dies entstand zu erst in Nordamerika und kam durch Kommerzialisierung eben u.a. auch nach Deutschland.

Nicht nur schön

Die steigende Beliebtheit Halloweens verdrängt nach Meinung vieler Kritiker zunehmend alte Bräuche wie das nahverwandte Martinisingen am 10. bzw. 11 November. Einhergehend mit Vandalismus und Schmierereien wird den stillen Tagen(04) nach Aussage einiger Kirchenvertreter der Ernsthaftigkeit des Hochfestes Allerheiligen nicht gerecht.

Auch der ungezwungene Umgang mit Spuk, Unheimlichen, Okkultem und bisweilen auch satanistischen Themen ist ein Effekt der zu Halloween vermehrt in die Blickpunkt gerät(05).

So genug zur grauen Theorie, Geschichte und Hintergrundinformationen. Macht euch einen schönen Tag bzw. grausig, gruseligen Abend und habt viel Spaß beim Süßigkeiten ergattern.

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  1. Bernhard Maier: Die Religion der Kelten. Götter, Mythen, Weltbild. 2., durchgesehene Auflage. Beck, München 2004, ISBN 3-406-48234-1, S. 178. []
  2. Hutton: The Stations Of The Sun. 1996, S. 370 []
  3. Editha Hörandner: Halloween in der Steiermark und anderswo. Lit Verlag, Münster 2005, ISBN 3-8258-8889-4 []
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Feiertage_in_Deutschland#Stille_Tage []
  5. Billye Dymally: Halloween. Satan’s New Year. Infinity Publishing, West Conshohocken PA 2006, ISBN 0-7414-3387-7  . Kele Gershom: Halloween. Counterfeit Holy Day. Fisherman Publishing, s. l. 2005, ISBN 0-9772425-0-1   . Steve Russo: Halloween. What’s a Christian to Do? Harvest House Publishers, Eugene OR 1998, ISBN 1-56507-851-9 []

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