Bienentagebuch – Teil 7: Bienenbeute im Herbst und Winter

Die Vorbereitung zur Einwinterung von Bienen ist wichtig, denn wenn es keinen Honig mehr zu ernten gibt, gibt es vorerst nichts mehr für sie zu tun. Welche Vorbereitungen zu treffen sind, will ich heute genauer unter die Lupe nehmen und mich auch mit der Einfütterung beschäftigen.

Welche Vorbereitungen müssen für die Einwinterung getroffen werden?

Zunächst habe ich die Varroabehandlung durchgeführt. Dazu ist ein Verdunster mit Ameisensäure geeignet. Ich habe einen Nassenheider-Verdampfer benutzt, dieser ist besonders für Anfänger geeignet, da es zu weniger Überdosierungen kommt. Zunächst habe ich nachgeschaut, ob der Gitterboden von Milben befallen ist. Der sogenannte Totenfall ist ein Maß für die Belastung des Bienenvolkes mit Varroarmilben. Denn nur wenn keine vorhanden sind, bleiben die Tiere gesund und können gut überwintern. Ansonsten könnten sie unter Bienenkrankheiten leiden. Diese werden von den Varroa-Milben übertragen.

Anschließend wird die Bienenbeute verkleinert

Eine moderne Bienenbeute lässt sich in der Regel einfach verkleinern. Dabei muss der Honigraum entfernt werden. Abhängig davon, wie groß das Bienenvolk ist, überwintern die Tiere auf maximal zwei Zargen. Eine Zarge genügt für Ableger. Alle entfernten Waben werden eingeschmolzen, da sie ansonsten von Wachsmotten befallen werden. Waben, die noch nicht bebrütet wurden, können im nächsten Jahr wiederverwendet und sollten dementsprechend luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Im nächsten Jahr sind sie dann wieder als Brutraum nutzbar und werden nicht von Wachsmotten kontaminiert. Wie ihr bereits wisst, haben wir zwei Zargen und in diesem Jahr keinen Honigraum. Ich habe daher nur die nicht ausgebauten Waben entfernt.

An den Hinterbehandlungsbeuten müssen das Absperrgitter und die Honigraumwaben entfernt werden. Dann werden idealerweise kleine Bretter auf die Waben gelegt. Das ist zwar nicht unbedingt erforderlich, doch die Vorbereitungen erleichtern viele Arbeiten zur Einwinterung. Das Absprerrgitter muss jedoch beseitigt werden. Ansonsten wäre es den Bienen nicht möglich, gemeinsam mit der Bienenkönigin zu wandern.

Die Einfütterung der Bienen

Danach ist die Einfütterung der Tiere erforderlich. Wer nicht weiß, ob er zuerst füttern oder gegen Milben vorgehen soll, der sieht sich erst den Milbenbefall an. Mehr als 20 tote Milben täglich zeigen, dass das Bienenvolk behandelt werden muss. Nun muss der Hobbyimker feststellen, wie viel Futter benötigt wird. Bei einem Volk auf zwei Zargen DNM sollten es ca. 15 Kilogramm Futter sein. Bei unsererm Magazin und unserem Rähmchenmaß kann man von ca. 2 Kilogrammfutter pro verdeckelter Wabe ausgehen. Es gibt zwei Möglichkeiten, an Futter zu gelangen. Es kann gekauft oder selbst produziert werden. Wir haben uns für Fertigfutter entschieden.

Weitere Vorbereitungen zur Einwinterung

Bei Bedarf muss noch eine weitere Varroabehandlung durchgeführt werden. Ein Mäusegitter hilft ebenfalls zum Schutz der Tiere vor Überraschungen im Winter. Die Bienenbeute sollte zusätzlich vor Vögeln geschützt werden. Das gelingt mit einem Netz. Darüber hinaus müssen die Fluglöcher vor Eis geschützt werden. Diese können außerdem schon im Herbst verkleinert werden, damit die Bienen weder gestohlen, noch von Wespen angegriffen werden können. So erhalten Winterbienen den besten Schutz.

Wie leben Bienen im Winter?

Die Tiere müssen mehrere Monate lang Kälte überleben und ohne Nahrung auskommen. Speziell wenn es für lange Zeit besonders kalt ist, stellt das die Winterbienen vor eine große Herausforderung. Honigbienen leben als mehrjährige Bienenvölker. Sie bilden eine Wintertraube und können sich so gegenseitig von unangenehmer Witterung schützen. Die Bienenkönigin ist das wichtigste Mitglied des Volkes und befindet sich in der Mitte. Ihr Volk sorgt dafür, dass im Zentrum 25 Grad und mehr herrschen.

Wärme erzeugen die Tiere durch Muskelkontraktionen. Damit können Sie auch Minusgrade überleben. Die Honigbienen, die sich außen befinden, werden immer wieder von anderen abgelöst, die sich in der warmen Mitte befunden haben. Zudem werden sie von ihnen gefüttert. Das Überleben gelingt auch dadurch, dass die Bienen ihren Stoffwechsel senken. Dann reichen die vorhandenen Vorräte aus.

Des Weiteren reduzieren die Tiere ihr Volk. Während der schönen Jahreszeit gehören bis zu 50.000 Tiere zum Volk, im Winter dagegen schrumpft es auf circa 20.000. Die Winterbienen schlüpfen erst im Herbst. Sie leben meistens zwischen fünf und sechs Monate. Im Frühling geschlüpfte Arbeiterinnen leben nur etwa sechs Wochen. Wird es draußen wieder ein wenig wärmer, geht der Winterschlaf langsam dem Ende entgegen. Dann arbeiten die Tiere wieder und suchen nach Nektar und Pollen.

Warm- oder Kaltbau – was ist besser?

Die Geister scheiden sich daran, ob bei der Einwinterung ein Warm- oder Kaltbau besser geeignet ist. Im Prinzip spielt es keine Rolle, für welchen Bau sich der Imker entscheidet.

Der Unterschied der beiden Arten liegt darin, dass die Waben in Richtung Flugöffnung gerichtet sind. Beim Warmbau befinden sie sich auf der Höhe der Flugöffnungsfront. Es gibt Bienenbeuten, die besser zum Warmbau, manche die eher für den Warmbau geeignet sind. Des Weiteren gibt es Beuten, die sich für beides gleichermaßen eignen.

Für die Bienen spielt das jedoch keine wichtige Rolle zum Überwintern. Für den Imker ist die Art des Baus jedoch schon wichtig, denn es ist für ihn wichtig, welche Beute er nutzt. Es ist nämlich deutlich praktischer und komfortabler, die Beute links und rechts anfassen zu können als das Greifen Überkreuz. Handelt es sich um eine Magazinbeute, kann der Imker bequem neben ihr stehen, wenn genügend Abstand vorhanden ist. Dasselbe gilt auch für Lagerbeuten. Dabei handelt es sich allerdings um eine Beute, die besser zum Warmbau passt. Hinterbehandlungsbeuten sind ebenfalls für den Warmbau konzipiert. Ein Kaltbau ist besser zur Varoabehandlung mit Ameisensäure geeignet. In diesem Fall sind die Arbeiterbienen eher in der Lage, die Luftzufuhr zu regulieren. Dadurch sinkt die Gefahr, zu viel Ameisensäure zu verwenden. Es gibt Imker, die auf den Kaltbau schwören, aber auch Imker, die sich für den Warmbau entscheiden.

Wir haben wie ihr wisst eine Normalmaßbeute nach Dr. Liebing in der Warmbau-Variante. Ich finde es praktisch hinter der Beute stehen zu können und so weit möglich vom Flugloch entfernt zu arbeiten. Dies ist manchmal sicherlich nicht ganz so vorteilhaft, aber gerade beim Besuchen mit interessierten Gästen bietet sich die Position an.

Mit der Einwinterung neigt sich das erste Bienenjahr unserer Gartenbienen zu Ende. Wir werden noch regelmäßig vorbei schauen und gucken ob alles in Ordnung ist. Drückt uns die Daumen, dass die Bienen gut über den Winter kommen. Im nächsten Jahr geht es dann an dieser Stelle weiter mit dem Bienentagebuch.

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